Doc und Michi haben sich in das seit einiger Zeit im jeweiligen Fundus befindliche Regelwerk eingearbeitet und fleißig an Gelände und Figuren gearbeitet.
Ein erstes Spiel sollte dazu dienen mit den Regeln und Abläufen vertraut zu werden. Dazu wurden acht Runden veranschlagt, in denen es galt sich gegenseitig möglichst hohe Verluste zuzufügen und Beute zu machen. Blenden wir also zurück ins finsterste aller Mittelalter, an die schottische Nordseeküste:
Die MacGregors sind den langen Weg von den Bergen heruntergestiegen, um die ausgebliebenen Naturaliensteuern aus dem Dorf ihrer Vasallen an der Mündung des Flusses Spee einzutreiben. Deren Häuptling MacNochnloch war schon in der Vergangenheit negativ aufgefallen und ein ums andere Mal mit seinen Zahlungen säumig geblieben. Gregor MacGregor wollte das heute nachhaltig ändern. Was er nicht wusste, war, dass in der Nacht ein Langboot den Fluss heraufgekommen war, um genau diesem kleinen Dorf einen Besuch abzustatten.
Häuptling Fisk Wilson und seiner Sippe war wegen verschiedenster Missetaten der Boden im heimischen Fjord zu heiß unter den Füßen geworden, so dass er sich genötigt sah ungefragt ein Schiff auszuleihen und nach Westen zu segeln. Seine drei Söhne, die missratene Tochter, sowie ein paar Vettern fielen gerade über das kleine Dorf der MacNochnlochs her, als die MacGregors aus der anderen Richtung ankamen.
Asberga Fisksdottir war zum Ärger ihrer Brüder und Eltern schon als Kind stets unbekleidet herumgerannt und hatte sich in den Kopf gesetzt, dass dies der einzig wahre Weg für einen echten Berserker sei, der Welt zu zeigen aus was für einem Holz man geschnitzt ist. Um sich vor dem Überfall in den entsprechenden Blutrausch zu steigern, hatte sie nach der Landung schnell ein paar Pilze unter den wissenden Blicken ihrer Brüder eingeworfen. Diese Pilze waren jedoch keineswegs für ihr merkwürdiges Verhalten verantwortlich, da es sich um getrocknete und recht schmackhafte, gewöhnliche Speisepilze handelte. Das hatte aber niemand der Möchtegern-Berserkerin verraten und so wähnte sie sich gegenwärtig unbegründet im durch Odin höchstselbst gewährten Blutrausch. Man könnte darüber streiten, ob die Pilze überhaupt notwendig gewesen wären, da sie grundsätzlich eine extrem kurze Zündschnur besaß, und nur zu gern jederzeit unverhältnismäßige Gewalt gegen alles und jeden ausübte.
So stürzte sie sich also ohne zu zögern und wie irre kreischend auf die nächstbeste Person, die sie erblickte. Das war in diesem Fall die örtliche Schweinemagd, die mit einem Eimer voller Speiseabfälle nichtsahnend ihres Weges kam, um dem Mastvieh ein ordentliches Frühstück zu bereiten.
Ihre Vettern hingegen hielten es für eine hervorragende Idee unterdessen den Schweinestall anzuzünden, weil Brandstiftung schließlich zu jedem richtigen Wikingerüberfall gehörte.
Asberga Fisksdottir schüttelte die Benommenheit schnell ab und sah buchstäblich Rot. Wie von Sinnen stocherte sie mit dem Schwert nach der mutigen Schweinemagd und ließ deren Blut spritzen. Der Schweinekoben hinter ihr stand schon lichterloh in Flammen, die bereits auf einen daneben stehenden Baum übergriffen.
Die Schweine mussten ohne Frühstück auskommen, nachdem Asberga die widerstandsfähige Magd nach viel Gerangel endlich gefällt hatte. Sie waren bereits selbst im Begriff zum Frühstück zu werden, denn die Hitze des Feuers begann sie zu rösten. Die Vettern der "Berserkerin" waren derweil schon weitergezogen, um das nächste brennbare Objekt in Brand zu setzen, da das Hin und Her mit Eimer und Schwert ihnen zu langweilig geworden war.
Ihr Vater, der Häuptling, hatte sich längst von dem bemitleidenswerten Schauspiel abgewandt und auf den Weg zur Dorfmitte gemacht. In Deckung der Hütte näherte er sich ungesehen dem Zentrum des dörflichen Treibens, wo die Einwohner gerade zusammenliefen, um nichts zu verpassen. Dies war schließlich der erste Wikingerüberfall für die MacNochnlochs.
Es gab viel "Ah" und "Oh!", als das Feuer von den quiekend herumspringenden Spanferkeln auf die nackte Wikingerin übersprang: Asberga ging kreischend in den Flammen unter, während sich ihre Vettern zufrieden zunickten, nicht traurig darüber eine Schande der Sippe losgeworden zu sein.
Gregor MacGregor erblickte entsetzt den auf den Priester mit erhobener Axt zustürzenden Wikingerhäuptling. Rasch sandte er einen Getreuen zu dessen Rettung.
Doch er konnte den gewaltigen Hieb nicht aufhalten, der den Priester vom Scheitel bis zum Schritt spaltete und augenblicklich in den nächsten Heiligenanwärter verwandelte. Ehe er sich erfolgreich wehren konnte, machte der rasende Wikinger auch ihm den Garaus. Der Clanchef der MacGregors sah sich genötigt auch seine anderen Männer in den Kampf zu werfen, wenn er im Dorf der MacNochnlochs überhaupt noch irgendetwas durchsetzen wollte.
Zusammen mit ihrem Anführer stürzten sich die Schotten ins Getümmel. Drei Mann sollten sich um die Söhne des Häuptlings kümmern, während Gregor MacGregor sich mit zwei Getreuen dem Letzteren selbst widmen wollte.
Als auch die pyromanischen Vettern in die Kämpfe eingriffen und seine Leute hinzumähen begannen, sah sich der Oberschotte genötigt Verhandlungen aufzunehmen, um mit heiler Haut davonzukommen. Lautstark und gestenreich wurde zwischen den Häuptlingen ausgemacht das Dorf der MacNochnlochs zu plündern und niederzubrennen und dann getrennter Wege zu gehen. Unter Flüchen und Drohungen gegen die jeweils andere Seite machten sich die Männer über das Wenige her, das es zu holen gab...
Doc und Michi waren begeistert über den schnellen und unkomplizierten Spielverlauf, der durch radikale Würfelergebnisse zu schnellen Entscheidungen bei den Kämpfen führte. Das Regelwerk ist leicht verständlich und sehr übersichtlich geschrieben. Pillage ist auf jeden Fall ein neuer Favorit des Tableterrorteams! Nach in Punkten gezählten Verlusten hatten die Schotten am Ende einen knappen Sieg durch das "Eigentor" der Wikinger mit der angezündeten Berserkerin.











